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Cisco Router |
Cisco 771 M ISDN RouterShortcut: Zur Beispiel-Konfiguration ;o)
Troubleshooters Odyssee
Der Vorbesitzer konnte bei der nötigen Konfiguration leider nicht helfen, er hatte das Teil nur kurz getestet. Die beiliegende, sogar umfängliche Dokumentation (eine CD) und ein "Software Feature Pack" (noch eine CD) half beim Herstellen der Kabelverbindungen. Mit dem G4-Mac war so ohne weiteres nichts zu wollen: Er hat keinen COM-Port-Anschluss, über den der Router meine Einstellungen entgegennehmen sollte. Ich schloss also den Win95-Rechner an. Die Dokumentation zur Terminal-Konfiguration hatte der listige Hersteller zwar mit falschen Einstellungen des Protokolls unbrauchbar gemacht, aber so viele Möglichkeiten gibt es da schließlich nicht. Es war sogar ein komplettes Programm für Dummies und blutige ISDN- und Router-Anfänger wie mich dabei: Ciscos "700-Fast-Step" ließ die vielen grünen LEDs blinken, vollführte einige Testroutinen und versprach, den Router so einzustellen, dass ich lossurfen konnte. Allein: Es ging nicht.
Exkurs: LehrjahrePah. Nicht mit mir. Ich hatte an meinem ersten 386er-Rechner noch unter MS DOS 6.2 schon die command.com, den zentralen Befehlsprozessor, gegen eine angebliche bessere Norton-Version getauscht. Nach dem erfolglosen Neustart las ich dann die Dokumentation doch zu Ende und fand ein paar kryptische Hinweise auf weitere zu verschiebende Dateien. Eine Startdiskette besaß ich natürlich nicht. Aber zum Glück hatte ich den Wohnungsschlüssel eines verreisten Freundes, der hatte einen neuen 486er. Den Update auf 6.2 allerdings hatte er nicht machen wollen. Wer konnte aber wissen, ob nicht sein 6.1er System ganz unnötige Dinge auf die Startdiskette schreiben würde, die ich mir vorbereiten wollte? Ich aktualisierte also sein System auf 6.2, zog meine Diskette, startete meine "Dose", enthob Norton des Kommandos und machte dem Spuk ein Ende. Um keine verwertbaren Spuren zu hinterlassen, setzte ich den Rechner meines Freundes auf 6.1 zurück. Seither habe ich für den Alltagsgebrauch ganz passable Qualitäten als Troubleshooter entwickelt: Rechner sind nichts als leicht sensible "Was-passiert-dann"-Maschinen.
Dich kriege ich ...Ich lachte also meinen Router für seinen Widerstand aus und öffnete Windows' Hyperterminal, um die etwas spartanische Kommandozeile zur Konfiguration kennen zu lernen. Derweil durchforstete ich mittels des eingebauten Modem im Mac das Netz nach Informationen. Doch hatte ich nicht mit Ciscos Verwirrungstaktik gerechnet: Von der Seite zu meinem Modell verzweigten sich die Verweise labyrinthisch. 80 Megabyte in Folge geladener Dokumentationen, User Guides, Beispiele, Schaubilder, Konfigurationen und Hilfedateien stapeln sich z.T. noch heute in einer finsteren Ecke meiner Festplatte (man könnte sie ja irgendwann noch einmal brauchen). Dickster Brocken war ein 40 Megabyte großes "Tutorial" undefinierbaren Dateityps, das ich frohlockend herunterlud in der Überzeugung, damit alle Informationen zu besitzen, die Cisco jemals zu diesem Router veröffentlicht haben konnte. Das "Tutorial" stellte die Benutzung des "Fast-Step" Programmes filmisch dar. Erst nach dem Löschen, begleitet von heftiger verbaler Geräuschentwicklung, überlegte ich, ob diese Datei einen späteren juristischen Erfolg gegen Cisco nicht deutlich wahrscheinlicher gemacht hätte. "Fast-Steps" neueste Version half ebenso wenig wie ein Firmware-Update oder das anfangs Vertrauen erweckende "Atlanta"-Beispielskript. Sobald ich am Terminal "upload" eingab, rauschte eine endlose Folge kryptischer "set"-Zeilen matrixartig den Schirm herunter: Mir schien, ich müsste ein Alan Turing werden, der die deutschen "Enigma" Chiffriermaschinen im Zweiten Weltkrieg knackte. Üblerweise stimmten nicht einmal alle Optionen mit der heruntergeladenen Cisco "Command Reference" (siehe Anmerkung) überein.
Die weiße FahneNach etlichen Tagen war ich soweit, ein Online-Formular auszufüllen, um eine E-Mail an Cisco schreiben zu dürfen. Und siehe da: Binnen eines Tages kam eine Bestätigung an "User: Axel Jönsson", die mir die Kontaktaufnahme durch einen "Agenten" in Aussicht stellte. Einen Tag später kam eine "clarify"-Mail an "Dear Axel Jvnsson" mit einigermaßen vollständiger Auflistung der weltweiten Cisco Hotline-Nummern und E-Mailadressen, begleitet von Fragebögen und Hinweisen wie, wann, warum und wer Cisco kontaktieren darf. Vier Minuten später bekam "Dear Alan Jvnsson" (nein, nicht Turing) per E-Mail aus Gefälligkeit trotz fehlenden Servicevertrages eine siebenstellige Fallnummer und das Angebot, mit einem "Cisco service agreement" einige "important benefits" beanspruchen zu dürfen. Weitere fünf Minuten später informierte eine weitere Mail über einen Wechsel meines Status: Da mir ein Cisco-Mitarbeiter die nötigen Informationen gegeben und er das Gefühl habe, diese würden mir ausreichend helfen, werde mein Fall nunmehr geschlossen. Auf die Minute gleichzeitig (welche List!) kontaktierte mich Agent "xanga" (zum Schutz seiner Legende habe ich einen Buchstaben seines Namens verfälscht); ich wagte inzwischen nicht mehr, auf dem Stuhl zu ruckeln. "xanga" gab mir sogar seinen Klarnamen (Andy) und würde nun meinen Fall an einen instruierten "engineer" weitergeben. Ich blieb trotz fast atemloser Spannung zehn Stunden ohne Nachricht. Dann wurden mir Name, E-Mail und Telefonnummer meines Kontaktmannes mitgeteilt, der auf Informationen warte. Auch erfuhr ich, dass nur registrierte Cisco-Nutzer die E-Mailflut durch Klick auf einen Link abstellen dürfen. Wiederum exakt gleichzeitig kontaktierte Frances M. mich, der für meinen Fall zuständige Cisco Engineer.
The endGenau 17 Minuten später, ich knobelte noch an Frances' Bitte um Informationen zum Fall, schaltete sich geistesgegenwärtig seine Zentrale mit einem ersten Fragebogen per Mail in die nun laufende Aktion ein, um meine Einschätzung zum Stand der Dinge zu erfahren. Erst nach offenbar sorgfältiger Auswertung aller Daten informierte Frances mich am folgenden Tag: Mein Gerät sei kein echter Cisco Router, sondern nur ein gelabelter Zukauf aus einer Fremdfirma. Es arbeite daher nicht entsprechend dem Cisco IOS System, was ich bereits wusste; auch die "Command Reference" stimme nur bedingt. Aha. Die vorgeschlagene Eingabe von "diag ppp" auf Systemebene und der Versuch, testweise einen anderen Rechner zu pingen, schlugen fehl. Nun empfahl er ein Dokument mit wichtigen Informationen: Der Link führte mich zum "Atlanta"-Skript. Ich setzte einen Filter vor meine Mailbox auf alles, was "cisco" hieß. Fünf Tage später wurden in New York City zwei Passagiermaschinen in die beiden Türme des World Trade Center gesteuert. Da ich in das folgende Skript vertieft war, erfuhr ich davon erst einige Stunden später. Drei Wochen später wählte der Router sich erstmals erfolgreich ein. Nachfolgend das Skript, das ich seither, immer wieder mal modifiziert, benutze. Für die rot markierten Anmerkungen siehe unten.
Beispiel-Konfiguration Cisco 771 M ISDN RouterKanalbündelung deaktiviert, ohne DHCP: upload Erläuterungen: Anmerkung:
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Dies Dokument: http://joensson.net/ajo/cisco-771-router.shtml Letzte Änderung: 22. November 2006, 01:10:13 |